01.03.2014 – Pressemitteilung des NGO-Bündnisses „Völkermord verjährt nicht!“

Berlin muss Gebeine afrikanischer Menschen zurückgeben

Internationales Bündnis ruft Bevölkerung zur Anteilnahme auf

Nur ausgewählte Pressevertreter sind darüber informiert worden, dass die Berliner Charité am 5. März 2014 um 14:30 Uhr im Anatomie-Hörsaal, Philippstraße 12, die Gebeine von weiteren 21 Menschen an eine kleine Staatsdelegation aus Namibia übergeben wird. Mit den Gebeinen Tausender weiterer Menschen aus den deutschen und europäischen Kolonien wurden sie einst für rassistische Forschungen nach Deutschland verschifft.

Bei der letzten Übergabe von Gebeinen, die aus den deutschen Konzentrationslagern für die Herero und Nama stammten, kam es zu einem Eklat, als sich die Bundesregierung weigerte, die anwesenden Nachfahren um Entschuldigung für den kolonialen Genozid 1904-08 zu bitten. Entsprechend wurde die Übergabe diesmal anders organisiert: Herero und Nama wurden nicht mehr eingeladen und eine Teilnahme an der Zeremonie ist nur noch nach Voranmeldung (bis zum 4.3.) möglich. Telefon: 030-450 570 400 | Mail: presse@charite.de

Anläßlich der Übergabe, die in Namibia mit einem Staatsakt verbunden sein wird, ruft das von über 100 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus dem In- und Ausland unterstützte NGO-Bündnis „Völkermord verjährt nicht!“ die Berliner Bevölkerung zum aktiven Gedenken an die Opfer des deutschen Kolonialismus auf.

Pressekonferenz des NGO-Bündnisses „Völkermord verjährt nicht!“
Das Bündnis lädt darüber hinaus zu einer Pressekonferenz mit dem Herero Israel Kaunatjike sowie mit Vertretern des Zentralrats der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland, der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund), von AfricAvenir International und Berlin Postkolonial ein.

Ort: Seminar für Afrikawissenschaften der HU Berlin, 10115 Berlin, Invalidenstraße 118, 4. Etage, Raum 410 ein (Zugang über Schlegelstraße 26 ist möglich)

Termin: Mittwoch, 5.3.2014 um 12:30 Uhr

Kontakt: Israel Kaunatjike 0173-1035605 | Nicolai Röschert 0178-5460095, n.roeschert@africavenir.org

Berlin muss Gebeine afrikanischer Menschen zurückgeben