Genocide against the OvaHerero and Nama

Our Colonial Present: Germany's Herero and Nama Genocide

Reconciliation needs apology and reparation

Between 1904 and 1908, the German Empire led a war of extermination against OvaHerero and Nama in the former colony “Deutsch-Südwestafrika”, today the Republic of Namibia. Damara and San also fell victim to the war. Measured against the criteria of the 1948 UN Genocide Convention, the atrocities and massacres committed by the German “Schutztruppe” were clearly genocide – the first of the 20th century.

It was only since Namibia’s independence in 1990 that the descendants of the genocide victims and a free Namibian government were able to articulate their view of this past in a self-determined and open manner and begin a process of coming to terms with history. It is also about the demand for “restorative justice”, i.e. symbolic and material compensation. On the one hand, it is important for the national reconciliation process between the different population groups, including the descendants of German and other white settlers. Many of the descendants of the genocide victims now live in bitter poverty because their land and livestock were stolen and handed over to white settlers during the German colonial period.

As the legal successor to the German Empire, the Federal Government has refused to apologise for this genocide to this day: “Genuine and lasting reconciliation between Namibia and Germany cannot be achieved in this way.

Victim associations of the OvaHerero and Nama affirm that they expect a recognition of the genocide and an apology from the Federal Government and the Bundestag as well as a subsequent structured dialogue on “restorative justice”.

Non-governmental organisations in Germany have been supporting this cause for many years. On the occasion of the first return of human bones that were abducted to Germany for racial research from the German colonies, the NGO Alliance “No Amnesty on Genocide” was founded in Berlin in 2011. In its 2012 resolution and 2015 appeal “Genocide is genocide”, the civil society alliance demands official recognition of the genocide, a formal apology from the Federal Republic of Germany, the return of all human bones stolen in colonies and the significant involvement of the Ovaherero- and Nama in negotiations on measures that can contribute to reconciliation. In this sense, the NGO Alliance supports proposals submitted to the Bundestag.

Versöhnung braucht Entschuldigung und Wiedergutmachung

Zwischen 1904 und 1908 führte das deutsche Kaiserreich in der damaligen Kolonie “Deutsch-Südwestafrika”, der heutigen Republik Namibia, einen menschenverachtenden Vernichtungskrieg gegen OvaHerero und Nama, dem auch Damara und San zum Opfer fielen. Gemessen an den Kriterien der UN-Völkermordkonvention von 1948 handelte es sich bei den durch die deutsche “Schutztruppe” verübten Gräueltaten und Massakern eindeutig um einen Völkermord – den ersten des 20. Jahrhunderts.

Erst seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 war es den Nachfahren der Genozidopfer und einer freien namibischen Regierung möglich, selbstbestimmt und offen ihre Sicht auf diese Vergangenheit zu artikulieren und einen Prozess der Geschichtsaufarbeitung zu beginnen. Dabei geht es auch um die Forderung nach “restorative justice” d.h. nach symbolischer und materieller Entschädigung. Eine solche Wiedergutmachung ist für die weitere Entwicklung Namibias von zentraler Bedeutung: Einerseits ist sie wichtig für den nationalen Versöhnungsprozess zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, unter denen sich auch die Nachfahren deutscher und anderer weißer Siedler befinden. Andererseits hängt das Thema eng zusammen mit der bis heute ungelösten Landfrage in Namibia: Viele der Nachfahren der Genozidopfer leben heute in bitterer Armut, weil in der deutschen Kolonialzeit ihr Land und Vieh geraubt und weißen Siedlern übergeben wurde.

Die Bundesregierung als Rechtsnachfolgerin des deutschen Kaiserreichs verweigert bis heute  eine Bitte um Entschuldigung für diesen Völkermord:  Echte und nachhaltige Versöhnung zwischen Namibia und Deutschland kann so nicht entstehen.

Opferverbände der Ovaherero und Nama bekräftigen, dass sie eine Anerkennung des Völkermords und eine Entschuldigung seitens der Bundesregierung und des Bundestags sowie einen daran anschließenden strukturierten Dialog über “restorative justice” erwarten.

Dieses Anliegen unterstützen Nichtregierungsorganisationen in Deutschland bereits seit vielen Jahren. Anlässlich der ersten Rückgabe von menschlichen Gebeinen, die zu Rasseforschungen aus den deutschen Kolonien nach Deutschland verschleppt wurden, gründete sich 2011 in Berlin das NGO-Bündnis “Völkermord verjährt nicht”. In seiner 2012 verfassten Resolution und in seinem 2015 verfassten Appell “Völkermord ist Völkermord” fordert das zivilgesellschaftliche Bündnis die offizielle Anerkennung des Genozids, eine formale Entschuldigung der Bundesrepublik, die Rückführung aller in Kolonien geraubten menschlichen Gebeine sowie die maßgebliche Einbeziehung der Ovaherero- und Nama in Verhandlungen über Maßnahmen, die zur Versöhnung beitragen können. Das NGO-Bündnis unterstützt in diesem Sinne in den Bundestag eingebrachte Anträge.

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